kopfhoch ist in
Hamburg ein einzigartiges Gruppenförderprogramm im Rahmen einer gezielten
Nachsorge für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen.
Es spricht die
folgenden Bereiche an:
-
Kognitionstraining
-
Stabilisierung
der Alltagsbewältigung
-
erneuter Aufbau
bzw. Erhalt sozialer Kontakte
-
Förderung der
kommunikativen Fähigkeiten
Was ist das
kopfhoch-Programm?
Menschen mit Behinderungen dürfen von der Teilhabe am Leben in der
Gemeinschaft nicht ausgegrenzt werden. Die Hamburger
Nachsorge-Infrastruktur, speziell für Menschen mit erworbenen
Hirnschäden, ist nur fragmentarisch oder gar nicht vorhanden.
Jedes Jahr erwerben etwa 270.000 Menschen eine Schädelhirnverletzung aus voller Gesundheit heraus[*],
die nun vor der schwierigen Aufgabe stehen, Beeinträchtigungen von Wahrnehmung, Orientierung, Gedächtnis, Zeitgefühl und Vernunft zu trotzen und ihr Leben weiterhin bestmöglich zu meistern.
Das
kopfhoch-Coaching ist eine bedürfsnisorientierte Gruppenförderung, die
Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen in ihrer Selbstständigkeit/
Selbstorganisiertheit praxisnah fördert. Das Hauptaugenmerk liegt auf
einer individuellen Begleitung – im vertrauensvollen Miteinander von
ähnlich Betroffenen.
Menschen mit erworbenen Hirnschäden müssen an sinnvolle Tagesstrukturen
und Lebensziele erneut herangeführt werden, die Schritt für Schritt
durch eine fortlaufende Nachsorge erreicht werden können.
Mein
Ziel ist eine Stabilisierung der Lebensmotivation, die Weiterentwicklung
individueller Fähigkeiten und Erarbeitung einer realistischen
Selbsteinschätzung.
Der Übergang von passiven zu aktiven und teilnehmenden Mitgliedern
unserer Gesellschaft wird so erleichtert – die Wiedereingliederung in
das gesellschaftliche Leben und Integration in das soziale Umfeld wird
erneut möglich.
Durch eine Zusammenarbeit sowohl mit den Angehörigen als auch mit
komplementären Einrichtungen, Ärzten und Therapeuten, schaffen wir neue
Perspektiven im Kampf für eine gleichberechtigte Teilhabe für Menschen
mit erworbenen Hirnschäden!
Wie funktioniert
das kopfhoch-Programm?
Kompensatorische Interventionen bilden eine Grundlage auf der ich
arbeite. Im Gegensatz zu Maßnahmen, die gestörte neuronale Systeme
reaktivieren, lege ich meinen Schwerpunkt auf einen Ausgleich von
Funktionsdefiziten durch vorhandene Fähigkeiten, wie z.B. das Erlernen
neuer Strategien, den Einsatz von Hilfsmitteln und die Veränderung bzw.
Abstimmung von Erwartungen und Lebenszielen im vertrauten
Gruppenverband.
Mein Angebot basiert inhaltlich auf einem US-Tagesförderprogramm in
Kalifornien, welches ich im Rahmen meines Studiums dort kennen und
schätzen lernen durfte. Ich habe dort u.a. die wöchentliche Support
Group geleitet, den Unterricht mitgestaltet und mich mit dem
computergestützten Hirnleistungstraining befasst, so dass es für die
Teilnehmer zugänglicher wurde.
[*]
Knapp 25.000 Menschen erleiden bundesweit ein
mittelschweres oder schweres Schädel-Hirn-Trauma. Hinzu kommt
die große Anzahl derer, die von Schlaganfällen, Hirnblutungen,
Hirntumoren oder anderen erworbenen Hirnschäden betroffen sind.
Nach einer Studie von E. Rickels et al. im Jahre 2000/2001
ergibt sich eine Inzidenz der Schädel-Hirn-Verletzungen von 332
pro 100.000 Einwohnern im Jahr. Davon entfallen 302 auf leichte
Schädel-Hirn-Verletzungen, 13 auf mittelschwere Hirnverletzungen
und 17 auf schwere Hirnverletzungen. Hochgerechnet auf die Stadt
Hamburg ergibt sich eine Inzidenz für mittel- und schwere
Schädel-Hirn-Verletzungen von 525 Einwohnern pro Jahr.