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Psychosoziales Coaching in der Gruppe für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen
Nicola Blank, BA Psychologie

 

kopfhoch ist in Hamburg ein einzigartiges Gruppenförderprogramm im Rahmen einer gezielten Nachsorge für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen.

 

Es spricht die folgenden Bereiche an:

  • Kognitionstraining

  • Stabilisierung der Alltagsbewältigung

  • erneuter Aufbau bzw. Erhalt sozialer Kontakte

  • Förderung der kommunikativen Fähigkeiten

Was ist das kopfhoch-Programm?

Menschen mit Behinderungen dürfen von der Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft nicht ausgegrenzt werden. Die Hamburger Nachsorge-Infrastruktur, speziell für Menschen mit erworbenen Hirnschäden, ist nur fragmentarisch oder gar nicht vorhanden.

Jedes Jahr erwerben etwa 270.000 Menschen eine Schädelhirnverletzung aus voller Gesundheit heraus[*], die nun vor der schwierigen Aufgabe stehen, Beeinträchtigungen von Wahrnehmung, Orientierung, Gedächtnis, Zeitgefühl und Vernunft zu trotzen und ihr Leben weiterhin bestmöglich zu meistern.

Das kopfhoch-Coaching ist eine bedürfsnisorientierte Gruppenförderung, die Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen in ihrer Selbstständigkeit/ Selbstorganisiertheit praxisnah fördert. Das Hauptaugenmerk liegt auf einer individuellen Begleitung – im vertrauensvollen Miteinander von ähnlich Betroffenen.

Menschen mit erworbenen Hirnschäden müssen an sinnvolle Tagesstrukturen und Lebensziele erneut herangeführt werden, die Schritt für Schritt durch eine fortlaufende Nachsorge erreicht werden können.

Mein Ziel ist eine Stabilisierung der Lebensmotivation, die Weiterentwicklung individueller Fähigkeiten und Erarbeitung einer realistischen Selbsteinschätzung.

Der Übergang von passiven zu aktiven und teilnehmenden Mitgliedern unserer Gesellschaft wird so erleichtert – die Wiedereingliederung in das gesellschaftliche Leben und Integration in das soziale Umfeld wird erneut möglich.

Durch eine Zusammenarbeit sowohl mit den Angehörigen als auch mit komplementären Einrichtungen, Ärzten und Therapeuten, schaffen wir neue Perspektiven im Kampf für eine gleichberechtigte Teilhabe für Menschen mit erworbenen Hirnschäden!

Wie funktioniert das kopfhoch-Programm?

Kompensatorische Interventionen bilden eine Grundlage auf der ich arbeite. Im Gegensatz zu Maßnahmen, die gestörte neuronale Systeme reaktivieren, lege ich meinen Schwerpunkt auf  einen Ausgleich von Funktionsdefiziten durch vorhandene Fähigkeiten, wie z.B. das Erlernen neuer Strategien, den Einsatz von Hilfsmitteln und die Veränderung bzw. Abstimmung von Erwartungen und Lebenszielen im vertrauten Gruppenverband.

Mein Angebot basiert inhaltlich auf einem US-Tagesförderprogramm in Kalifornien, welches ich im Rahmen meines Studiums dort kennen und schätzen lernen durfte. Ich habe dort u.a. die wöchentliche Support Group geleitet, den Unterricht mitgestaltet und mich mit dem computergestützten Hirnleistungstraining befasst, so dass es für die Teilnehmer zugänglicher wurde.


[*] Knapp 25.000 Menschen erleiden bundesweit ein mittelschweres oder schweres Schädel-Hirn-Trauma. Hinzu kommt die große Anzahl derer, die von Schlaganfällen, Hirnblutungen, Hirntumoren oder anderen erworbenen Hirnschäden betroffen sind. Nach einer Studie von E. Rickels et al. im Jahre 2000/2001 ergibt sich eine Inzidenz der Schädel-Hirn-Verletzungen von 332 pro 100.000 Einwohnern im Jahr. Davon entfallen 302 auf leichte Schädel-Hirn-Verletzungen, 13 auf mittelschwere Hirnverletzungen und 17 auf schwere Hirnverletzungen. Hochgerechnet auf die Stadt Hamburg ergibt sich eine Inzidenz für mittel- und schwere Schädel-Hirn-Verletzungen von 525 Einwohnern pro Jahr.

 

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